Forschungsprojekt

Steckbrief Dschihadismus im Internet

Das Forschungsprojekt Dschihadismus im Internet ist am 1. Juni 2017 gestartet. Es ist am Institut für Ethnologie und Afrikastudien der Johannes Gutenberg-Universität Mainz angesiedelt und wird durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert.

Die nachfolgenden Informationen sind dem BMBF-Projektumriss entnommen. Diesen finden Sie als PDF HIER.

Motivation:
Extremistische islamistische Gruppierungen wie zum Beispiel der sogenannte Islamische Staat bedienen sich vielfältiger Formate, um dschihadistische Propaganda zu verbreiten. Sie veröffentlichen regelmäßig Bilder, Online-Zeitschriften, Berichte sowie Audio- und Video-Botschaften im Internet. Die Selbstdarstellung in Video-Botschaften wird gezielt eingesetzt. Diese spektakulär und jugendaffin gestalteten Propaganda-Videos können eine große Wirkung entfalten und eine wichtige Rolle bei der Radikalisierung von potenziellen Anhängern spielen.

Ziele und Vorgehen:
Das Projekt DiI erforscht Inhalte und Gestaltung dschihadistischer Propaganda-Videos im Internet sowie deren Wirkung auf die Zuschauer. Analysiert werden zum Beispiel Ähnlichkeiten zu anderen jugendtypischen Medienformaten und dramaturgische Besonderheiten. Durch Interviews mit Konsumenten werden Beiträge in sozialen Netzwerken detailliert ausgewertet, um die Wirkung der Video-Botschaften zu entschlüsseln. Zudem wird eine Online-Plattform zur Analyse dschihadistischer Video-
Botschaften entwickelt, die als Informationsquelle insbesondere für Politik, Behörden, Bildungs- und Präventionsinitiativen genutzt werden kann.

Innovationen und Perspektiven:
Durch die Analyse dschihadistischer Propaganda leistet das Vorhaben einen wesentlichen Beitrag zur Aufklärungs- und Präventionsarbeit. So werden im Projekt DiI kommentierte Lehrvideos und interaktive Lernangebote konzipiert, die zur Fachausbildung in der Präventionsarbeit oder in Sicherheitsbehörden eingesetzt werden können. Das Projekt DiI verspricht nicht nur einen wesentlichen Erkenntnisgewinn zum Dschihadismus im Internet, sondern bietet auch eine solide Grundlage für die Erarbeitung von Gegenstrategien, die auf andere Formen von Extremismus über tragbar sind.

Programm:
Forschung für die zivile Sicherheit, Bekanntmachung: „Zivile Sicherheit – Nachwuchsförderung durch interdisziplinären Kompetenzaufbau“

Gesamtzuwendung:
2,7 Mio. €

Projektlaufzeit:
06/2017 – 05/2022

Projektpartner:
Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Assoziierte Partner:
– Frankfurter Forschungszentrum Globaler Islam (FFGI), Goethe-Universität Frankfurt a.M.
– Leibniz-Institut Hessische Stiftung Friedens- und Konfliktforschung (HSFK), Frankfurt a.M.
– Universität Siegen – Lehrstuhl für Medienästhetik
– Jugendschutz.net gGmbH, Mainz
– Hochschule Fresenius für Management, Wirtschaft und Medien GmbH, Forschungs- und Arbeitsbereich Internetsoziologie, Berlin
– Landeszentrale für politische Bildung Rheinland-Pfalz, Mainz