Zur Ästhetisierung in und von IS-Video-Propaganda (II)

Nachfolgender Text ergänzt und begleitet mitsamt seinen Abbildungen und Filmauszügen den Beitrag

‚Ästhetisierung‘ zwischen schockhafter Provo­kation und ethisch-moralischer Notwendigkeit Zur Analyse der visuellen Botschaften des ‚Islamischen Staats‘ als Propaganda und als Gegenstand der Berichterstattung

der als Vortrag auf der Fachtagung

zeigen | andeuten | verstecken: Visuelle Kommunikation zwischen Ethik und Provokation

präsentiert wurde, sowie den entsprechenden Buchbeitrag im gleichnamigen Sammelband zur Veranstaltung (Erscheinungsjahr: 2018, Herbert von Halem Verlag, Köln; herausgegeben von Clemens Schwender, Cornelia Brantner, Joachim von Gottberg, Camilla Graubner).

Weitere Informationen dazu sowie Anmerkungen zur Verwendung des Bildmaterials finden sich im ersten Teil dieses Beitrags („Ästhetisierung als Mittel und Faktor der IS-[Gräuel-]Propagandavideos“).

 

WARNUNG: Dieser Text enthält nicht-explizites, aber möglicherweise verstörendes Bildmaterial.

 

 

Teil 2: IS-Propaganda als Bildmaterial und Gegenstand des journalistischen Fernsehens

 

Für die Redaktionen etwa deutscher Fernsehsender ist das IS-Material eine Herausforderung. Einerseits handelt es sich um extremistisches Gedankengut und teils drastische Darstellungen. Andererseits stellt es zeitgeschichtlich relevantes Bildmaterial dar. Vor allem ist es das fast das einzige aus den syrischen und irakischen Gebieten des ‚Kalifats‘. Nicht nur kontrolliert(e) der IS das Territorium, sondern auch die ihn betreffende Bildproduktion und -verbreitung. Wenn das stark visuelle ausgerichtete Fernsehen in Ermangelung von Alternativen auf die Aufnahmen des IS zurückgreift, läuft es Gefahr, den Radikalen eine Bühne zu bieten (oder sich zumindest einem solchen unbequemen Vorwurf auszusetzen).

Generell lassen sich zwei Arten der IS-Bildmaterialverwendung im TV differenzieren: Die erste macht IS-Propaganda selbst zum Gegenstand der Berichterstattung. Dabei lässt sich weiter unterscheiden, ob (a) einzelne Bild-, Video-, aber auch Schrift- oder Tondokumente und ein damit verbundenes Ereignis (die Foley-Hinrichtung, die Kulturzerstörung in Palmyra 2015, die Ansprache des ‚Kalifen‘ Baghdadi) Thema ist oder (b) ob die IS-Propaganda als Medien- und speziell Internet-Phänomen und -risiko Gegenstand ist. Zweitens jedoch nutzen Redaktionen das Bildmaterial auch lediglich illustrierend: um Beiträge über den IS und sein Tun zu bebildern.

 

2.1       Einsatz zum Zweck der Bebilderung

Ob nun solche IS-Aufnahmen mit hohem Gestaltungsaufwand oder die mit kleinen Camcordern oder gar nur ‚Augenzeugen‘-Handy erzeugten (letztere in authentizitätsbezeugend „unperfekter“ ästhetischer Anmutung): Die Bilder sind von den journalistisch validen eigenproduzierten, beauftragten oder aber als glaubwürdig eingestuften, übernommenen Bildern nicht aus sich heraus zu unterscheiden.

Damit besteht die Gefahr, über Bildmuster und -formeln Selbst- und Weltsicht des IS zu transportieren und zu etablieren, seine Attraktivität zu steigern (Romantisierung als moderne ‚Wüstenkrieger‘, Kameraderie, Status als Erfolgsbewegung) und IS-Medienstellen alltagsfaktisch in den Rang etablierter Bildagenturen zu erheben, was implizit ein Legitimationszugewinn des „Kalifats“ bedeutet.

Eine Kontextualisierung und Distanzierung erfolgt daher meist über den Off-Kommentar und/oder visuelle schriftsprachliche Hinweise in Form von Einblendungen wie in diesem Beispiel („IS-Propaganda“) (Abb. 4):

 

Abb. 4: Sendung Panorama: „Ein Sommer im Dschihad“, (16.07.2015, Das Erste, Autor/in: Britta von der Heide, Christian Baars), Screenshot

 

Dass dieses formalisierte Vorgehen der Einordnung und Abgrenzung nicht immer optimal ist, zeigt das nachfolgende Beispiel: In einem heute-journal-Beitrag über die IS-Kulturzerstörungen in Palmyra wetteifern in einigen Einstellung gleichrangig das orangefarbene ZDF-Logo und das Logo der inoffiziellen IS-Nachrichtenagentur Amaq News Agency um die Aufmerksamkeit der Zuschauer (s. Abb. 5). Das weiße Insert ist streckenweise, vor dem hellblauen, fast weißen Himmel nicht oder schlecht auszumachen.

 

Abb. 5: Beitrag heute journal (21.08.2015, ZDF, Autor: Kamran Safiarian), Screenshot

 

Bisweilen überlagern sich (hier im selben Beitrag, allerdings nur kurz) Fernsehsender-Logo mit dem der jeweiligen IS-Medienstelle in, wenn man so will, ironisch-beredter Weise (hier setzt sich das ZDF-Signet an die Stelle der schwarzen IS-Fahne) (s. Abb. 6):

 

Abb.6: ZDF heute journal (21.08.2015, ZDF), Screenshot

 

Ein weiterer Nachteil ist, dass durch die sukzessive und teils parallele Vielfalt der unterschiedlichen Bilder und Bildsorten (Interviewaufnahmen, Symbolbilder, Infografiktafeln), in denen einem das illustrative Propagandamaterial eingebettet begegnet, die kognitive Einsortierung und kritische Differenzierung erschwert wird. Inwiefern die angestrebte Einordung durch die Zuschauer nachvoll­zogen bzw. realisiert wird, sei dahingestellt – und wäre eine empirische Studie wert.

Das NDR-produzierte Medienmagazin ZAPP kritisierte denn auch den Umgang deutscher TV-Redaktionen in entsprechender Weise (s. Ausschnitt 2):

 

Ausschnitt 2: ZAPP – Das Medienmagazin: „IS-Propaganda: Wie gefährlich für Deutschland?“ (03.09.2014, NDR; Bastian Berbner, Gita Datta)

 

 

Im selben ZAPP-Beitrag wird jedoch, bei aller Reflexivität, visuelles IS-Material ebenfalls lediglich illustrativ bzw. dekorativ, ohne wirklichen Bezug zur Audiokommentar, verwendet (s. Ausschnitt 3): Zu sehen sind keine deutschen Kämpfer, von denen die Rede ist, sondern IS-Kämpfer, am Ende – mit geblurrtem Gesicht (links) – der Georgier Abu Omar al-Schischani, dem damals führenden Militärkommandeur. Der ‚Bebilderungszwang‘ besonders des Fernsehens mag daher als zusätzliches systemisches und medienkulturhistorisches Ästhetisierungsproblem betrachtet werden.

 

Ausschnitt 3: Illustrativer / dekorativer Einsatz von Bildmaterial: Ausschnitt aus „IS-Propaganda: Wie gefährlich für Deutschland?“ (ZAPP, NDR, 03.09.2014)

 

 

2.1  Reflexive Inszenierung als Materialästhetisierung zur verdinglichenden Einrahmung und Abgrenzung

Gerade auf der Ebene der Präsentationsweise und des Ästhetischen finden sich prägnantere Möglichkeiten, den besonderen Status der IS-Propagandatextauszüge aus- und ihnen eine betont andere bildontologische und funktionale Position zuzuweisen (gegenüber den eigenen behauptenden und zeigenden Aufnahmen wie der Anmoderation, den Expertenstatements, vertrauenswürdigen Auslandsberichten, visuellen Zeugnissen etc.).

Ziel ist dann nicht (nur) die sinnliche Gefälligkeit oder die medienformattechnisch notwendige Adaption (z.B. das Einpassen von 9:16-Handy-Vertikalaufnahmen ins 16:9-Fernsehbreitbildformat mittels lückenfüllendem Weichzeichner-Background). Auch geht es nicht um Eingriffe, die Bilder erst in moralischer oder rechtlicher Hinsicht präsentabel machen wie das Verunkenntlichen von Opfergesichtern oder verstörender Gewaltfolgen durch Schwärzen und heute v.a. Blurring (Unschärfe) oder Verpixeln. Stattdessen dient das Vorgehen der Eigen- und Zuschauer­distanzierung, das einhegende Einrahmen von Bildern, die man beleghaft zur Anschauung bringen möchte, ohne ihren impliziten oder expliziten Aussagegehalt zu übernehmen.

Zentrale Strategie ist dafür das Ausstellen der Materialität und Medialität durch die Inszenierung der inkriminierten (audio-)visuellen Texte. Dies kann durch bestimmte verfremdende Bildfilter geschehen oder durch die Einbettung der Aufnahmen in ein unbestimmtes ‚Passepartout‘ (Abb. 7), wobei als ein solches auch die metafilmische oder -bildliche Darstellung der visuellen Propaganda auf dem Display eines Bildschirms oder Notebooks erachtet werden kann (s.u.).

 

Abb. 7: Reportage: Sterben für Allah – Deutsche Gotteskrieger auf dem Weg nach Syrien, 04.08.2014, Das Erste, Autor/in: Peter Gerhardt, Ilyas Meç und Ahmet Senyurt), Screenshot. Einbettung der Propagandabilder (hier aus dem ersten Teil der Reihe Mujatweets) in ein grafisches Passepartout – das hier freilich ein virtueller Raum ist: Die zitierten Videoausschnitte ‚stehen‘ vor einer Art Betonwand, die sich (so suggerieren es die von oben einfallenden, bewegten, und also scheinbar durch Wellen gebrochenen Lichtstrahlen) unter Wasser befindet:

 

 

Mit solchen demonstrativen symbolischen Maßnahmen werden derartigen Reaktionen als Folge eines ästhetischen Rezeptionsmodus gezielt gesucht, die sich ansonsten bei der gestalterischen Aufbereitung journalistischem Bildmaterials unter dem Primat des sinnlichen Gefallens skeptisch betrachten ließen. Dies etwa, weil zu Lasten nachrichtenjournalistischer Qualitätsstandards (v.a. der Sachlichkeit) ein ablenkender ‚schöner‘ Oberflächenschein und inhaltlicher Substanzverlust (im Anschluss an kulturkritische Verblendungs- und Simulationstheorien) vermutet wird. Ästhetisierung in Nachrichten ließe sich also ähnlich kritisieren wie die oft konstatierte „Dramatisierung“, „Persona­lisierung“ oder „Emotionalisierung“.[14]

Noch kritischer mögen Bildeingriffe (auch aus ästhetischen Gründen) ins dokumentarische Material betrachtet werden, insofern sie als (ver-)fälschende Manipulation gelten können: So lässt sich eine Nachbearbeitung als Angriff auf die indexikalische Belegkraft der Fotografietechnik und damit deren realitätsgarantierenden Wert einstufen. Wann dies konkret der Fall ist, ist freilich umstritten, wie unter anderem die jüngere Geschichte des World Press Award zeigt.[15]

Besonders relevant für die Darstellung des IS-Propagandamaterials in dieser Hinsicht ist nun weniger ein Verstoß gegen die Sachlichkeit im Sinne eines Wegführens vom Inhalt als vielmehr eine formalpräsentative wertende Interpretation des Gegenstands (meist im Einklang mit dem gesamten thematischen Framing, das auch durch die sprachliche Kommentierung stattfindet). Den Bildern kommt so, v.a. über die Emotions- und Affektansprache, weniger eine Exemplifikations- als eine charakterisierende Verdichtungsleistung zu – eine, die vorgibt, wie der Gegenstand aufzufassen ist (s.u.).

Solche stark markierenden Eingriffe und Formungen sind allerdings in (tages-)aktuellen Nachrichtensendungen eher selten anzutreffen. Bei diesen begnügt man sich – weil andere Sachlichkeitsmaßstäbe gelten und wohl aufgrund des Produktionszeitdrucks – weitgehend auf die erwähnten schriftlichen Auszeichnungen und die Einordnung durch das gesprochene Wort.

Anders ist dies bei Formaten wie Talkshows, Reportagen oder Dokumentationen (mitunter im Rahmen von Magazinsendungen), die sich speziell mit der IS-Propaganda als Phänomen befassen – dies vor allem unter dem Gesichtspunkt der Gefährdung. Entsprechend formattypisch zugespitzt können etwa die entsprechenden Gesprächsrunden-Einspieler ausfallen wie in jenem der Anne-Will-Sendung Islamisten auf dem Vormarsch – Tödliche Gefahr für Deutschland? (02.06.2016, Das Erste):

 

Ausschnitt 4: Einspieler, Anne Will: „Islamisten auf dem Vormarsch – Tödliche Gefahr für Deutschland?“ (02.06.2016, Das Erste)

 

Auf den nachfolgenden Seiten macht der Vergleich zwischen Screenshots aus dem Anne-Will-Einspielfilm und den entsprechenden Einzelbildern aus dem Ausgangsvideo Salil as-Sawarim 4, das im Mai 2014 veröffentlicht wurde, die redaktionelle Bearbeitung des Ursprungsmaterials deutlich.[16] Nicht wiedergeben können die Standbilder freilich das mit einem entsprechenden Geräusch bzw. Toneffekt versehene kurze schnelle ‚Vorspulen‘, das mit der Animations-‚Erschütterung‘ die Wahrnehmung der IS-Bilder bricht bzw. sie verfremdet. Ein technisch-materiales Projektorspulen lässt sich hier mit dem Ton und der Bilderschütterung assoziieren. Ebenfalls nur im Videoausschnitt wird der (in der kurzen Weltkugeleinstellung leicht solarisierende) Filtereffekt als solcher kenntlich. In den ersten 45 Sekunden eingesetzt, sorgt dieser für Unschärfe, Verfärbung, Kontrasterhöhung (die teils zum ‚Ausfressen‘ heller Bildpartien führt) sowie für eine generelle Detailreduktion.

Auf der Audioebene ist schließlich mit Blick auf den Gesamttenor des kurzen Films die Selektion der Originalvideotöne auffällig: Zur dramatischen, treibenden Musik, mit der die IS- und übrigen Bilder untermalt sind, werden (bis auf die direkte Ansprache des Dschihadisten ab 01:02‘00), lediglich Schüsse und Explosionen, vor allem aber der wiederholte Ausruf „Allahu akbar!“ übernommen.

 

Abb. 8 a/b: Vergleich Einspieler Anne Will (links) / Original IS-Material aus IS-Video Salil as-Sawarim 4 (al-Furqan Media, veröffentlicht Mai 2014, Markierung/Textstempel: B.Z.) (rechts) – Screenshots, beide im Original unverpixelt.

 

 

Abb. 9 a/b: Vergleich Einspieler Anne Will (links) / Original IS-Material aus IS-Video Salil as-Sawarim 4 (Version mit ‚eingebrannten‘ dt. Untertiteln; Markierung/Textstempel: B.Z.) (rechts) – Screenshots.

 

– filterbedingte Einfärbung (Gelb)

– Bildschärfereduktion

– erhöhter Kontrast (Detailverlust)

– Einblendung („Propagandavideo“)

– (tlw. nur geringer) Bildbeschnitt (Ausschnittverkleinerung)

– Vignettierung (Rand- u. Eckabdunkelung)

  

Abb. 10 a/b: Vergleich Einspieler Anne Will (links) / Original IS-Material aus IS-Video Salil as-Sawarim 4 (Markierung/Textstempel: B.Z.) (rechts) – Screenshots.

 

– KEINE Verfärbung (Gelb)

– KEINE Einblendung (Propagandavideo)

– KEIN Bildbeschnitt (Ausschnittverkleinerung)

– filterbedingt: geringe Kontrasterhöhung (minimaler Detailverlust)

– Vignettierung (Rand- u. Eckabdunkelung)

– geringe Bildschärfereduktion

 

Wie die IS-Propaganda vergegenständlicht und inszeniert, dabei gemäß dem Tenor des Beitrags visuell und auf der tonalen Ebene interpretiert werden kann, vermittelt besonders deutlich der Beitrag „Dabiq – Das Zentralorgan des IS“ des Kulturmagazins Titel Thesen Temperamente. Der folgende Ausschnitt zeigt die erste Sequenz nach der Anmoderation.

 

Ausschnitt 5: „Dabiq – Das Zentralorgan des IS“, Titel These Temperamente (07.02.2016, Das Erste, Autor: Joachim Gaertner)

 

Im Beitrag werden in drei Durchgängen werden hier Ausschnitte aus dem Online-Magazin präsentiert, das nur als PDF Verbreitung fand, ehe es im September 2016 durch den Titel Rumiyah („Rom“) abgelöst wurde.

Auffällig ist zunächst der typische Bildtopos der Distanzierung durch die innere Rahmung: die Dar­stellung des Magazins als etwas Dargestelltes, als Betrachtungsobjekt auf einem Monitor in einem möglicherweise büroähnlichen Raum: Statt Dabiq-Seiten(ausschnitte) direkt einzublenden oder aus größerer Nähe abzufilmen (s.u.), wird Dabiq ein betonter Artefakt-Status verliehen, selbst oder gerade weil es sich nur um ein digitales, ‚virtuelles‘ Heft handelt.

Fast überprononciert etabliert der Beitrag dabei einen Deutungsrahmen der Bedrohung nicht nur auf der motivischen oder sprachlichen ebene, sondern auch auf formalästhetischer. Mehrere Elemente spielen dabei zusammen:

  • die Kamera, die sich in der Halbkreisfahrt dem Monitor betont nicht nähert, sondern quasi in sicherem Abstand zu ihm bleibt
  • das Gegenlicht, das teilweise während der Kamerabewegung ins Objektiv fällt und die Zu­schauer blendet
  • eine zeitweise unspezifische Unschärfe,
  • erhöhter detailmindernder Bildkontrast, der die Dominanz der hellen Bildschirmfläche erhöht
  • die Farbentsättigung und eine graubraune Tönung

Zusammen mit der ‚bedrohlichen‘ Musikuntermalung erzeugt all dies eine zwielichtige, unheimliche Atmosphäre. Der Monitor und das, wozu er Zugang bietet (oder was es in unser zu Hause hinein­lässt), wird zu einer Art Gefahrenquelle. Dies passt zum Voice-over-Text des beschwörenden männ­lichen Sprechers:

Aufwühlende Fotos. Bilder von Glaubenskriegern, von Enthauptungen und Folterungen, religiöse Unterweisung, politische Grundsatzartikel – das ist Dabiq, das Zentralorgan des Islamischen Staa­tes. Ein professionell gemachtes Online-Magazin, das direkt mit den Propaganda-Videos der Isla­misten verlinkt ist“ (Transkription B.Z.).

Dazu passt der Dabiq-Ausschnitt auf dem Monitor. Dieser zeigt die Großaufnahme eines Mannes, dessen Gesicht zum Großteil eine Pistole verdeckt. Deren Mündung ist direkt auf die Zuschauer gerichtet. Nach drei Sekunden erfolgt (durch den Wechsel zwischen erster und zweiter Einstellung) ein Heransprung, sodass die aggressive Bedrohungsperspektive auf die Waffe noch näher rückt – je nach Lesart und Empfinden wird hier auf eine Gefahr noch deutlicher hingewiesen oder aber Dabiq als eine Art bösartiges Tier animiert, das einen Satz in unsere Richtung tut.

Diese düstere Ästhetisierung erfolgt noch zwei weitere Male im Beitrag (allerdings nicht jedes Mal, wenn Passagen aus Dabiq abgefilmt und zitiert werden). Diese Momente dienen als Einstieg („Verlinkung“) in Themen wie (die religiöse Rechtfertigung) der Versklavung jesidischer Gefangener oder der Lobpreisung der Paris-Attentate vom 13. November 2015. Weitere Sequenzen des Beitrags zeigen kommentierende Interviewaussagen des Politologen Asiem El Difraoui und des syrischen Aktivisten Abdalaziz Alhamza von der Gruppe Raqqa is Being Slaughtered Silently (samt Exzerpte aus deren ‚authentischen‘ Gegenbildern vom Leben in der syrischen IS-Hochburg Rakka). Keine dieser anderen Beitragsszenen und -bilder sind vergleichbar stilisiert wie die oben beschriebenen, weder die Aktivisten-, noch die IS-Propagandavideos. Was diese Dabiq-Inszenierung freilich relativiert, ist, dass die ttt-Kultursendung häufiger mit derart ausdrucksstark geformten Berichten aufwartet.

Art und Ausmaß der IS-Propagandaästhetisierung bzw. -inszenierung sind hier diskussionswürdig, insofern – überspitzt gesagt – eine audiovisuelle Dämonisierung vorliegt, die die IS-Propaganda und damit die kommunikative Macht des IS rhetorisch-pathetisch überhöht. Eine weiterführende syste­matische inhalts- und wirkungsanalytische Untersuchung des Visual Framings einer großen Anzahl von medienübergreifenden oder televisuellen IS-Propaganda-Inszenierungen wäre hier wünschens­wert.

Dass und wie im übrigen Dabiq auch anders Gegenstand der TV-Berichterstattung sein kann, zeigt das Medienmagazin ZAPP in dem oben bereits zitierten Beitrag (s. Ausschnitt 6):

 

Ausschnitt 6: Ausschnitt ZAPP – Das Medienmagazin: „IS-Propaganda: Wie gefährlich für Deutschland?“ (03.09.2014, NDR, Autor/in: Bastian Berbner, Gita Datta).

 

Hier wird lediglich in nicht unüblicher Weise das statische Bildmaterial bzw. Teile von Dabiq-Seiten dynamisiert, dramatisiert (Teil-Ganzes-Spannungen), kurzum: gefälliger gestaltet, indem die Kamera einen abtastenden, sich orientierenden Blick mittel einfacher Fahr- Schwenk- und Zoombewegungen nachbildet. Dazwischen werden drei Dabiq-Covers in kurzem Bogenschwenk gezeigt – illustrative Ergänzung des Voice-over-Kommentars, der die ersten drei Magazin-Ausgaben erwähnt.

Ein anderes Beispiel stammt ursprünglich nicht aus dem deutschen Fernsehen, wurde jedoch auf RTL im Rahmen der Sendung Spiegel TV Magazin am 8. Januar 2017 ausgestrahlt. Es handelt sich bei der Dokumentation, die hier gemäß ihrer Spiegel-Online-Bewerbung als „Barbarei nach Drehbuch“ betitelt sei, um eine auf 25 Minuten komprimierte Fassung des französischen Dokumentarfilms Le Studio de la Terreur (engl. Fassung: Terror Studios) aus dem Jahr 2016 (Buch u. Regie: Alexis Marant). Diese entstand im Auftrag von Canal+, war 2017 für einen International Emmy Award nominiert und wird in einer 50- und einer 85-minütigen Fassung angeboten.

Als Beispiel soll ein Ausschnitt aus der Spiegel-Magazin-Fassung näher betrachtet werden, weil sich darin eine gegenüber dem Ansatz des ttt-Beitrags gegenläufige Präsentationsstrategie erkennen lässt.

So geht es bei der Dokumentation um die IS-Propaganda, deren Produktionshintergründe und ‑bedingungen sowie ihre Relevanz und die Absichten, die damit verfolgt werden. Dafür lässt Filmemacher Marant auch Personen, die (angeblich) bei der Propagandaproduktion beteiligt waren, in der Türkei zu Wort kommen und entsprechende Videos kommentieren.

(Anmerkung: Der hier erwähnte Filmausschnitt wurde aufgrund einer entsprechenden Beschwerde durch RTL Interactive von Vimeo am 16.05.2018 entfernt)

Das erzählerische wie gestalterische Vorgehen dieses Beispiels belegt, wie individuell Ästhetisierungsstrategien zur bildontologischen Abgrenzung von Propagandamaterial bei dessen Präsentation ausfallen können und wie wichtig dafür der Gesamtzusammenhang des filmischen oder bildlichen Textes ist: Statt dass wie in den bisherigen Beispielen IS-Material bearbeitet (oder ergänzt) wurde, um es von seinem Präsentationskontext abzuheben, belässt es Marant ganz in seiner Qualität und in seinem Format. Zugleich beschränkt er sich nicht darauf, die Bilder (etwa in Over-Shoulder-Shots) als Inhalte eines Notebookdisplays abzufilmen (als von seinen Interviewpartner rezipiertes audiovisu­elles Objekt): Was ästhetisiert bzw. verfremdet wird, ist die filmische Wirklichkeit, in der es (s)eine Rolle spielt.

In einer Art subtraktiven Inszenierung der Wirklichkeit wird die Realität als mit stark entsättigten Farben und hohem Kontrasten als trist, zugleich elegant und mit einem leichten atmosphärischen Schleier präsentiert. Die abgedunkelte, nicht aber ‚zwielichtige‘, sondern winterliche Stimmung wird durch die gedeckten Farben der Kleidung der Interviewpartner unterstrichen. Die leuchtenden Farben (das Gelb der Kulisse, das Orange der Kluft des Piloten) und die fast blendende Helle der IS-Fotografie (die freilich auch stellenweise leicht abgegraut ist) wirkt dagegen irreal, überzeichnet und larger than life (s. Abb. 11 a/b).

Das spiegelt sich auch in den unterschiedlichen Bildformaten: Während die Realität mit ihren alltäglichen Zumutungen und Ambivalenzen (ironischerweise) mit den klassischen ‚Kinostreifen‘ am oberen und unteren Bildrand versehen sind, die hier freilich den Bildraum einschränken, füllt die Propaganda, die Abenteuer, Ermächtigung und einfache Antworten verheißt und so vor allem junge Menschen anzulocken sucht, die ganze Abbildungsfläche der Dokumentation aus (s. Abb. 11 a/b).

 

Abb. 11 a/b: „Barbarei nach Drehbuch“ (Spiegel TV Magazin, RTL, 08.01.2017; bearbeitete Screenshots)

 

Dieser Gegensatz zwischen ‚schöner‘, aber falscher bzw. inszenierter Scheinwelt der Propaganda und authentischem, nuancierterem, weniger aufregendem Dasein zieht sich als Grundthema durch den Film, der analytisch und bildmotivisch mit unterschiedlichen Parallelisierungen und Gegenüberstellungen arbeitet (z.B. von Hollywoodfilmausschnitten und ihrer Verwendung in IS-Propagandavideos).

 

2.3   Bild im Bild – Bild im Bildschirmbild

Kommen wir abschließend kurz zurück auf das (Meta-)Bildmotiv des Bildes im Bild, genauer des Bildes auf dem Bildschirm. Mit ihr wird Propaganda situiert und konkret-räumliche verortet, und ‚Experten‘ lassen sich vor einem solchen Monitoren (oder in der Interaktion damit) inszenieren, was professionelle Rezeptionsweisen veranschaulicht (s. Abb. 14 a-f). Doch nicht nur wird auf diese Weise gezeigt, dass gezeigt wird (Zitatausweis- und zugleich Zeigefunktion des Trägermediums): Die Bildformel verweist auf ein ganz anderes Dispositiv, das ‚neuländische‘ Internet, gegen das sich das Fernsehen abgrenzt und mittels dem es sich als Medienkanal, -institution und apparative Anordnung selbst legitimiert. Nicht nur die re-medierte Propaganda, sondern auch das Medium ist hier Botschaft. Allein darüber bekommen die IS-Propagandabilder in der TV-Repräsentation einen ganz neuen Stellenwert.

Nachfolgend einige weitere Beispiele für mögliche Einfassungen der Staffelung oder Verschachte­lung der Bildebenen:

 

Abb. 12: Die deutschen Gotteskrieger – Töten und Sterben für Allah (26.09.2014, ZDFinfo, Autorin: Susana Santina), Screenshot. Noch an der Verkantung des Bildinhalts und dem roten Verlaufsbalken des Videoplayers als Bild-im-Bild erkennbar:

 

Teilweise ungerahmte Direktübernahme von Propagandavideoaufzeichnungen, dann wieder Einrahmung mittels Verkantung, sichtbaren Display-Seiten oder Fülleffekten, die ‚erinnernd‘ die mediale Herkunft ausweisen (Abb. 13 a-c):

 

Abb 13 a-c: Report Mainz: „Die ausgeklügelte Propaganda des Islamischen Staates“ (22.07.2014, Das Erste, Autoren: Eric Beres, Fritz Schmaldienst), Screenshots; Verpixelung im Original

 

Ähnlich wie der Dabiq-Beitrag von Titel Thesen Temperamente (s.o.) wartet die Dokumentation Sterben für Allah – Deutsche Gotteskrieger auf dem Weg nach Syrien mit einer eigenen Choreografie des Trägermediums auf (s. Ausschnitt 8). Allerdings sind es gleich zwei Apparate (hier: Notebook-Displays), die sich überdies selbst versetzt zueinander an einem schwarzen unbestimmten Ort drehen. Noch starker also wird der Schauwert abzogen oder umgelenkt. (Auch hier wird die Stimmung über den Musikeinsatz gelenkt.)

 

Ausschnitt 8: Sterben für Allah – Deutsche Gotteskrieger […] 04.08.2014, Das Erste, Autor/in: Peter Gerhardt, Ilyas Meç und Ahmet Senyurt)

 

Bildmotiv des personalisierten Blicks – Bildmotiv der Rezeption und Interaktion: Abbildungen 14 a-f (Screenshots):

 

Abb. 14 a: „Barbarei nach Drehbuch“ (Spiegel TV Magazin, RTL, 08.01.2017, Screenshot), Verpixelung im Original (Beitrag)

 

Abb. 14 b: „USA – Muslime gegen IS“ (Weltspiegel, Das Erste, 21.09.2014, Tina Hassel)

 

Abb. 14 c: Terrorkrieg im Internet – Die mörderische Strategie des IS (Das Erste, 13.07.2015, Autor/in: Sabina Wolf, Ahmet Senyurt)

 

Abb. 14 d: „Propaganda verstehen“ (SWR Aktuell Rheinland-Pfalz, SWR, 22.6.2017) 

 

Abb. 14 e: „Islamistenvideos: Die Wirkung von Schockbildern” (ARD Mittagsmagazin, Das Erste, 13.08.2014, Autorin: Xenia Böttcher)

 

Abb. 14 f: „Dschihad in den Köpfen. Berlin und die Gotteskrieger“ (rbb-Reporter, RBB, 24.03.2015, Autor/in: Sascha Adamek, Jo Goll u.a.)

 

Der verdichtende Bildtopos des Gehäuses der Propaganda, mit dem man einen Schutzabstand zu den medialen attackierenden Darstellungen visuell wie ethisch konstruieren kann, mag seinen Sinn haben. Allerdings kündigt sich dessen Entwertung in einer weiteren Schleife der Selbstreflexivität an, insofern sich bereits IS-Videos finden, mit denen sich die Propagandisten dieses Motiv als mise en abyme zu eigen machen und quasi zurückspielen:

In Fissabilliah (al-Hayat Media Center, 14.04.2015) sieht sich ein anonym bleibender Mann innerhalb des IS-Propagandavideos auf seinem Laptop IS-Propagandavideos an, um hernach in verschiedenen Szenarien Anschläge im ‚Westen‘ vorzubereiten und durchzuführen (vgl. Zywietz 2015) (s. Abb. 15):

 

 

Abb. 15a/b: Fissabilliah (al-Hayat Media Center, 14.04.2015)

 

In Tank Hunters (Wilayat Ninava, 13.12.2016) betrachtet der als ‚Korrespondent‘ agierende (bzw. instrumentalisierte) IS-Gefangene John Cantlie in einem dunklen Raum Propagandaaufnahmen, deren Off-Kommentar eigentlich das Publikum auf Tonspur von Tank Hunters selbst adressieren müssten (s. Abb. 16):

 

Abb. 16: Tank Hunters (Wilayat Ninava, 13.12.2016)

 

Und in Aus der Finsternis ins Licht ([Wilayat] al-Furat, 02.09.2016) berichtet der Dortmunder Konvertit ‚Abu Issa al-Almani‘ alias Christian Lappe von seiner Hinwendung zum Islam, der Ausreise ins und dem Leben im ‚Kalifat‘. Dabei betrachtet er sich zunächst eine Dia-Show, ehe am Ende die Bebilderung seiner Erlebnisse (die Bilder des Videos Aus der Finsternis ins Licht selbst) intradiegetisch zu einem Film werden, den sich der Dschihadist selbst, auf eine Leinwand projiziert, ansieht (s. Abb. 17 a-c). Markanter oder schlagbildartiger als in diesen Beispielen lässt sich die Beschwörung des eigenen Lebens als eines in Bildern kaum ausdrücken: Ein Hinweis auf die Rolle des medienvermittelten Ruhms in Kreisen des IS und die wirklichkeitsformende oder gar -konstituierende Macht der visuellen Darstellung, die die Propaganda samt ihrer Ästhetik in der Wahrnehmung der Extremisten ausübt.

 

Abb. 17 a-c: Aus der Finsternis ins Licht ([Wilayat] al-Furat, 02.09.2016)

 

Zu Teil 1 Ästhetisierung als Mittel und Faktor der IS-(Gräuel-)Propagandavideos

 

 

Anmerkungen:

[14] Eine weiteres, hier nicht zu behandelndes Feld der Ästhetisierung des Fernsehen ist das der Programmpräsentation bzw. des Programmdesigns: der Ko- und Kontexte wie das Design von ‚Bauchbinden‘ und Infotafeln oder die die Studiogestaltung (z.B. die „Grüne Hölle“, dem Digitalstudio des ZDF, in das u.a. rein schmuckhafte Linienelemente bei den heute-journal-Moderationen eingefügt wird).

[15] So wurde 2010 Stepan Rudik der Preis verliehen und bald wieder aberkannt, weil er eine Schuhspitze digital aus dem Foto entfernt hatte. 2013 durfte Paul Hansen hingegen die Auszeichnung behalten, weil er ‚nur‘ Licht- und Farbgebung per Photoshop, nicht aber den (wie auch immer zu bestimmenden und davon abzugrenzenden) „Bildinhalt“ manipulierte. Rein ‚dingliche‘ Kriterien scheinen jedenfalls nicht zu genügen, insofern auch Licht (mithin eine gegebene Lichtstimmung) physikalisch ist  und es Grenzphänomene wie Rauch oder Nebel gibt, die entfernt oder hinzugefügt bzw. verstärkt werden, um die Dramatik zu erhöhen. Generell hierzu wie zu anderen Fällen vgl. Godulla 2014; Coen et al. 2015; Büllesbach 2008.

[16] Als Vergleichsgrundlage diente hier eine Fassung des IS-Videos mit ‚eingebrannten‘ (hard coded) deutschen Untertiteln des al-Hayat Media Center.

 

Literatur:

Barr, Andrew; Herfroy-Mischler, Alexandra: ISIL’s Execution Videos: Audience Segmentation and Terrorist Communication in the Digital Age. In: Studies in Conflict and Terrorism, Juli 2017. Online: https://www.researchgate.net/profile/Alexandra_Herfroy-Mischler/publication/318811369_ISIL%27s_Execution_Videos_Audience_Segmentation_and_Terrorist_Communication_in_the_Digital_Age/links/59c7c5f70f7e9bd2c0146574/ISILs-Execution-Videos-Audience-Segmentation-and-Terrorist-Communication-in-the-Digital-Age.pdf [22.10.2017]

Bordwell, David: Narration in the fiction film. Madison Wis.: [Univ. of Wisconsin Press] 1985

Bordwell, David: Making meaning. Inference and rhetoric in the interpretation of cinema. 3. Aufl. Cambridge, Mass. u.a. [Harvard Univ. Press] 1994

Bordwell, David; Staiger, Janet; Thompson, Kristin: The classical Hollywood cinema. Film style & mode of production to 1960. London [Routledge] 1985

Bordwell, David; Thompson, Kristin; Smith, Jeff: Film art. An introduction. 11. Aufl. New York [McGraw-Hill] 2017

Breihaupt, Fritz: Die dunklen Seiten der Empathie. Berlin [Suhrkamp] 2017

Büllesbach, Alfred: Digitale Bildmanipulation und Ethik. Aktuelle Tendenzen im Fotojournalismus. In: Elke Grittmann, Irene Neverla, Ilona Ammann (Hg.): Global, lokal, digital. Fotojournalismus heute. Köln [Herbert von Halem] 2008, S. 108-136.

Burghardt, Manuel; Kao, Michael; Wolff, Christian: Beyond Shot Lengths – Using Language Data and Color Information as Additional Parameters for Quantitative Movie Analysis. In: Digital Humanities 2016: Conference Abstracts. Krakau [Jagiellonian University & Pedagogical University], S. 753-755. Online: https://epub.uni-regensburg.de/35687/1/2016a%20DH%20Abstract%20und%20Poster.pdf

Coen, Amrai; Henk, Malte; Sußebach, Henning: Fotografie: Diese Bilder lügen. Fotos sind nur noch Computerdateien mit Millionen Bildpunkten. Nie war es einfacher, sie zu fälschen. Was bedeutet das für unseren Blick auf die Wirklichkeit? In: Die Zeit, 28, 2015. Online: http://www.zeit.de/2015/28/fotografie-wahrheit-luege-propaganda [22.10.2017]

Dauber, Cori E.; Robinson, Mark: ISIS and the Hollywood Visual Style. In Jihadology.net, 06.07.2015. http://jihadology.net/2015/07/06/guest-post-isis-and-the-hollywood-visual-style/ [22.10.2017]

Godulla, Alexander (2014): Authentizität als Prämisse? Moralisch legitimiertes Handeln in der Pressefotografie. In: Communicatio Socialis 47 (4), S. 402–410

Gräf, Dennis et al.: Filmsemiotik. Eine Einführung in die Analyse audiovisueller Formate. 2. Aufl. Marburg [Schüren] 2017

Flückiger, Barbara: Vermessung ästhetischer Erscheinungen. In: ZfM – Zeitschrift für Medienwissenschaft, 2, 2011, S. 44-60. Online: http://e-text.diaphanes.net/doi/10.4472/zfmw.2011.0022 [22.10.2017]

Hoogkamer, Loes: Fatal Aesthetics: A study on the theatrical representation of the public execution in the Islamic State’s Palmyra execution video. Masterarbeit, Lund [Universität Lund] 2016. Online: http://lup.lub.lu.se/luur/download?func=downloadFile&recordOId=8877346&fileOId=8877347 [22.10.2017]

Klonk, Charlotte: Terror. Wenn Bilder zu Waffen werden. Frankfurt/M. [S. Fischer] 2017

Knieper, Thomas: Die ikonologische Analyse von Medienbildern und deren Beitrag zur Bildkompetenz. Thomas Knieper; Marion G. Müller (Hrsg.): Authentizität und Inszenierung von Bildwelten. Köln [Herbert von Halem] 2003, S. 193-212

Nöth, Winfried: Handbook Semiotics. Bloomington; lndianapolis [Indiana University Press] 1990

Ostaeyen, Pieter van: Although the Disbelievers Dislike It – The Hidden Message. In: bellingcat, 17.11.2014. https://www.bellingcat.com/news/mena/2014/11/17/although-the-disbelievers-dislike-it-the-hidden-message/ [22.10.2017]

Salt, Barry: Film Style and Technology. History and Analysis. London [Starword] 1983

Setz, Clemens: Das grelle Herz der Finsternis. In: Die Zeit, 40, 2014. Online: http://www.zeit.de/2014/40/is-enthauptungsvideo-verbreitung-internet/komplettansicht [22.10.2017]

Steinberg, Guido: Kalifat des Schreckens. IS und die Bedrohung durch den islamistischen Terror. Münchgen [Knaur]

Tebert, Miriam; Gierse, Christine: Ein Qualitäts-Controlling für Das Erste. Ergebnisse eines Pilotprojekts. In: Media Perspektiven 1, 2006, S. 23-31

Tinnes, Judith: Although the (Dis-)Believers Dislike it: a Backgrounder on IS Hostage Videos – August – December 2014. In: Perspectives on Terrorism, 1, 2015, S. 76-93. http://www.terrorismanalysts.com/pt/index.php/pot/article/view/403/html

Winter, Charlie: Detailed Analysis of Islamic State Propaganda Video: Although the Disbelievers Dislike It. London [Quilliam] 2014. Online zu beziehen über: https://www.quilliaminternational.com/shop/e-publications/detailed-analysis-of-islamic-state-propaganda-video-although-the-disbelievers-dislike-it/

Zywietz, Bernd: Islamistische Videopropaganda und die Relevanz ihrer Ästhetik. In: Die Kriminalpolizei, 3, 2015, S. 12-16. Online: https://www.kriminalpolizei.de/ausgaben/2015/detailansicht-2015/artikel/islamistische-videopro­paganda-und-die-relevanz-ihrer-aesthetik.html

Zywietz, Bernd: Terrorismus im Spielfilm. Eine filmwissenschaftliche Untersuchung über Konflikte, Genres und Figuren. Wiesbaden [Springer VS] 2016